Florian Grummes: Aktueller Stand bei Gold und Silber und wie es weiter geht
By Swiss Resource Capital AG
Hier ist eine detaillierte Zusammenfassung des YouTube-Video-Transkripts:
Schlüsselkonzepte:
- Edelmetalle (Gold, Silber)
- Digitale Assets (Bitcoin)
- Makroökonomie (Geldmengen, Schulden, Inflation, Zinsen)
- Österreichische Schule der Nationalökonomie
- Zentralbankbilanzen
- Repromarkt
- Globale Schulden
- Anleihenmarkt (Bärenmarkt für langfristige Anleihen)
- Physisches Gold als Alternative zu Anleihen
- Vertrauensverlust in Zentralbanken und politische Systeme (Meme von Mises)
- Chinesischer Goldrausch (Shanghai Gold Exchange)
- Angelsächsische Preisdrückung von Gold
- Remonetarisierung des Goldes
- Indischer Goldmarkt
- Zentralbankkäufe von Gold
- Gold-Silber-Ratio
- Cup and Handle Chartmuster (Gold, Silber)
- Saisonalität des Goldpreises
- Minenaktien
- Silver Tiger Metals
Zusammenfassung des Vortrags: Gold- und Silber-Update, Makroökonomie und Chartanalyse
Der Vortragende, ein Experte mit 30 Jahren Erfahrung an den Finanzmärkten und 25 Jahren Spezialisierung auf Edelmetalle, gibt ein Update zu Gold und Silber, beleuchtet makroökonomische Faktoren und analysiert Charts. Er teilt seine persönliche Reise von den Edelmetallen zur Akzeptanz von Bitcoin, betont aber die Beständigkeit von Gold.
1. Makroökonomische Treiber für Edelmetalle
- Explodierende Geldmengen: Weltweit weiten Zentralbanken (USA, China, Eurozone, Japan etc.) ihre Geldmengen (M2) aus dem Nichts aus. Dies führt zu steigenden Preisen für Güter (Supermarkt) und Vermögenswerte (DAX, S&P 500, Nasdaq), auch wenn die reale Wirtschaftsleistung dies nicht rechtfertigt.
- Zentralbankbilanzen: Die Bilanzsumme der People's Bank of China hat die der Federal Reserve überholt. Versuche der Fed seit 2022, durch Zinserhöhungen und "Quantitative Tightening" (QT) Liquidität zu entziehen, waren weitgehend erfolglos. Die Fed musste kürzlich 125 Milliarden Dollar in 5 Tagen in den Repromarkt pumpen, was auf eine erneute Ausweitung der Bilanzsumme hindeutet.
- Globale Schulden: Der Trend steigender globaler Schulden seit den späten 1990er Jahren setzt sich exponentiell fort.
- Unsicherheit im Anleihenmarkt: Hohe Inflation, geopolitische Unsicherheiten und politische Instabilität (z.B. durch Trump) erhöhen das Risiko für langfristige Anleihen. Investoren sind nicht mehr bereit, niedrige Renditen für 20-30-jährige Anleihen zu akzeptieren. Die Zeiten extrem günstiger Staatsanleihen (z.B. 100-jährige österreichische Bundesanleihe für 1%) sind vorbei. Dies führt zu einem Bärenmarkt bei langfristigen Anleihen.
- Physisches Gold als Alternative: Angesichts der Probleme im Anleihenmarkt suchen institutionelle Anleger (Lebensversicherer, Banken) nach sicheren Häfen für ihr Kapital. Physisches Gold wird als die einzige praktikable Alternative zum Anleihenmarkt identifiziert.
- Vertrauensverlust (Mises' "Crack-up Boom"): Die Ausweitung der Geldmengen durch Zentralbanken und Politiker bei gleichzeitig schwindendem Vertrauen der Bevölkerung und Anleger in diese Institutionen ist ein zentraler Treiber. Dieses Phänomen wird als "Crack-up Boom" nach Ludwig von Mises beschrieben.
2. Der Chinesische Goldrausch und die Remonetarisierung des Goldes
- Historische Bedeutung und aktuelle Nachfrage: Gold hat in China eine jahrhundertealte kulturelle Bedeutung. Chinesen kaufen derzeit massiv Gold, da sie die Unsicherheit ihrer Geldanlagen in Immobilien (Immobilienblase) und Kapitalverkehrskontrollen erfahren haben. Die chinesische Regierung unterstützt diesen Trend aktiv.
- "Cornering" des Goldmarktes: China hat durch die Eröffnung der Shanghai Gold Exchange (SGE) vor etwa 13 Jahren den globalen Goldmarkt neu ausgerichtet. Im Gegensatz zu den angelsächsischen Märkten (LBMA, COMEX), wo oft Papiergold gehandelt wurde, um den Preis zu drücken, wird an der SGE ausschließlich physisches Gold gehandelt. Dies hat das angelsächsische Preisdrückungsmodell gesprengt und ist ein Hauptgrund für die starken Preissteigerungen bei Gold seit etwa anderthalb Jahren.
- Globale Strategie Chinas: China plant, Goldtresore in wichtigen Handelspartnerländern wie Saudi-Arabien einzurichten. Dies ermöglicht es Handelspartnern, Öl gegen chinesische Renminbi zu tauschen und diese dann in physisches Gold umzuwandeln. Dies ist Teil der Strategie, das US-Dollar-basierte Finanzsystem herauszufordern.
- Emerging Markets und Gold statt Bitcoin: Während westliche Länder versuchen, digitale Währungen zu entwickeln, kaufen Länder wie Russland, Indien und China physisches Gold, nicht Bitcoin.
- Verlagerung der Preismacht: Die Preismacht für Gold hat sich von London und New York zur Shanghai Gold Exchange verlagert. Dubai und Mumbai sind wichtige Handelsplätze für physisches Gold.
- Explosion der Einlagerungen an der SGE: Die Einlagerungen an der SGE sind seit dem Ausbruch des Goldpreises über 2070 USD im Februar 2024 massiv gestiegen.
3. Indien als weiterer wichtiger Nachfragetreiber
- Hohe Goldimporte: Indien verzeichnete kürzlich die zweithöchste Veränderung bei den Goldimporten der letzten 20 Jahre.
- Gemeinsame Nachfrage mit China: Indien und China machen zusammen mindestens 55% der weltweiten physischen Goldnachfrage aus.
- Demografisches Potenzial: Indien hat über eine Milliarde Einwohner, eine junge Bevölkerung und eine boomende Wirtschaft.
4. Zentralbanken als Käufer
- Reservenaufstockung seit Covid und Ukraine-Krieg: Spätestens seit der Beschlagnahmung russischer Vermögenswerte im Westen haben Zentralbanken weltweit begonnen, ihre Goldreserven deutlich aufzustocken. Sie diversifizieren sich weg vom Dollar und Euro.
- Polen als Beispiel: Polen kündigte an, seine Goldreserven auf 30% der Gesamtreserven zu erhöhen.
- Langfristige Perspektive: Zentralbanken kaufen Gold nicht kurzfristig, sondern als langfristige Absicherung für 5-20 Jahre oder länger.
5. Die Remonetarisierung des Goldes und zukünftige Preisprognosen
- Historische Bedeutung: Der Vortragende sieht die aktuelle Entwicklung als "Remonetarisierung des Goldes". Obwohl Gold noch nicht als alltägliches Zahlungsmittel dient, wird es voraussichtlich in den nächsten 1-2 Jahren, spätestens aber in 5-15 Jahren, eine elementare Rolle im neuen Finanzsystem spielen.
- Potenzielle Goldpreise: Wenn das US-Dollar-System wieder zu einer 1:1-Golddeckung zurückkehren würde (wie von den Gründern Amerikas beabsichtigt), könnten Goldpreise von 75.000 bis 100.000 USD pro Unze realistisch sein. Dies ist jedoch eine spekulative Annahme.
- Ende des "Konfetti-Party": Seit dem Ende des Goldstandards vor fünfeinhalb Jahrzehnten gab es eine "Konfetti-Party" (ungezügelte Geldschöpfung). Wenn sich dieses Pendel nun umkehrt, werden ganz andere Goldpreise sichtbar.
6. Goldpreis-Chartanalyse (Letzte 25 Jahre)
- Säkularer Bullenmarkt seit 2001: Der Goldpreis kennt seit 2001 im Wesentlichen nur eine Richtung: nach oben.
- Persönliche Erfahrung: Der Vortragende kaufte seine erste Unze Gold für ca. 230 EUR auf eBay, als es kaum Goldhändler gab und das Interesse gering war.
- Gordon Brown's Verkauf: Der britische Finanzminister Gordon Brown verkaufte zu Tiefstpreisen die englischen Goldreserven während eines 20-jährigen Bärenmarktes.
- Erster Bullenmarkt (2001-2011): Anstieg von 250 USD auf 1920 USD (+656%). Silber stieg um 1130%.
- Hochsommer 2011: Ein Allzeithoch (1920 USD) und ein negatives Sentiment-Signal (Bild-Zeitung-Schlagzeile über Goldbarren).
- Korrektur (2011-2015): Rückgang um 45% auf 1050 USD. Silber verlor 72%.
- Erholungsbewegung und zweites Hoch (2020): Anstieg auf 2070 USD (fast Verdopplung in 4,5 Jahren). Silber stieg um 150%.
- Widerstand bei 2070 USD und Tiefpunkt (2022): Mehrere Versuche, die Widerstandszone zu durchbrechen, scheiterten. Ein dreifaches Tief bei 1615 USD war die letzte antizyklische Kaufchance.
- Ausbruch seit Februar 2024: Seit dem Ausbruch über 2070 USD (bestätigt durch Meldungen über massive Aufstockung der chinesischen Zentralbankreserven) ist der Goldpreis um 171% in 37 Monaten gestiegen. Silber legte über 210% zu.
- Hebelwirkung von Silber: Silber hat historisch eine Hebelwirkung von 1,5 bis 2 gegenüber Gold.
- Cup and Handle Muster: Die 13-jährige Konsolidierungsphase bildete ein "Cup and Handle"-Muster, das nun aufgelöst ist und zu einem starken Aufwärtstrend führt.
- Aktuelle Rallye: Seit Ende August gab es einen Anstieg von 32% in 8 Wochen. Trotz eines Rücksetzers von fast 500 USD (11%) in 4,5 Tagen hat sich die Stimmung schnell wieder aufgehellt.
- Kurzfristige Ziele: Ein kurzfristiges Kursziel von 4300-4330 USD wird erwartet, mit möglicher Seitwärtskonsolidierung bis Mitte Dezember. Ein erneutes Tief wird nicht erwartet.
7. Silberpreis-Chartanalyse
- Riesiges Cup and Handle Muster (45 Jahre): Der Silbermarkt zeigt ein monumentales Cup and Handle-Muster über 45 Jahre, das nun aufgelöst ist.
- Allzeithochs: Das Allzeithoch von 1980 bei 50 USD wurde im Oktober erneut erreicht und überschritten. Das neue Allzeithoch liegt bei 54,45 USD.
- Potenzial nach Auflösung: Nach der Auflösung dieses Musters wird ein starker Anstieg erwartet, obwohl der Markt überkauft erscheint.
- Historische Parallelen (1970er Jahre): In den 1970er Jahren stieg der Silberpreis innerhalb von zwei Jahren von 6 USD auf 50 USD.
- Kursziele:
- Erstes Kursziel basierend auf der Henkel-Tiefe: ca. 100 USD.
- Kursziel basierend auf der Tassen-Tiefe (logarithmisch): 250 bis 500 USD.
- Theoretische Ziele (z.B. 890 USD, basierend auf einem Gold-Silber-Ratio von 1:10 bei einem Goldpreis von 8900 USD) werden als hoch gegriffen, aber nicht ausgeschlossen betrachtet.
- Fundamentale Treiber:
- Knappheit: Silber ist knapp geworden.
- Industrielle Nachfrage: Hohe Nachfrage aus der Solarindustrie und für militärische Anwendungen (Kriegswaffen).
- Solid State Batteries: Neue Technologien wie Solid State Batteries könnten die Nachfrage weiter steigern.
- Niedrige Lagerbestände: Die Silberlager an der COMEX und LBMA sind gering.
- Jahresperformance: Silber ist seit Jahresbeginn um 83% gestiegen. Trotz eines Rücksetzers nähert es sich bereits wieder dem neuen Allzeithoch.
- Bullisches Chartbild: Die 50-Tage-Linie steigt an und wurde nicht unterschritten. Die 200-Tage-Linie liegt weit darunter.
- Kurzfristige Dynamik: Nach einem Rücksetzer von 16% in 5 Tagen bildete sich eine umgekehrte Schulter-Kopf-Schulter-Formation. Silber hat die Führung übernommen und zieht Gold mit nach oben.
8. Goldsaisonalität
- Muster: Typischerweise gibt es im September/Oktober ein Hoch, gefolgt von einer Konsolidierung bis Dezember. Ab Mitte Dezember (letztes Fed-Meeting) beginnt oft die nächste Aufwärtswelle bis März/April/Mai. Im Mai wird oft ein weiteres Hoch erreicht, gefolgt von einer Konsolidierung im Sommer. Im August startet dann typischerweise die Sommerrally.
9. Gold-Silber-Ratio
- Aktueller Stand: Das Ratio liegt bei etwa 81 (historisch 10 Unzen Silber für 1 Unze Gold).
- Historische Tiefs: Das Ratio erreichte 2011 ein Hoch von 35 und 1980 ein Hoch von 15.
- Potenzial für Silber: Silber hat erhebliches Aufholpotenzial.
- Erwartung: Das Ratio wird voraussichtlich weiter fallen und die untere Grenze der aktuellen Box testen.
10. Minenaktien
- Unterbewertung: Große Fondsmanager und Mainstream-Investoren sind kaum in Rohstoffen und Bergbau investiert (Tech macht über 35% des S&P 500 aus, Rohstoffe unter 4%).
- Aufholpotenzial: Rohstoffaktien sind immer noch ein antizyklisches Investment mit erheblichem Aufholpotenzial.
- Historische Vergleiche: Gold- und Goldminenaktien machten in früheren Bullenmärkten (z.B. 1932) bis zu 20% des weltweiten Vermögens aus. Aktuell sind es nur 4%. Selbst eine Annäherung an frühere Niveaus würde eine Verfünffachung des aktuellen Niveaus bedeuten.
- Silver Tiger Metals: Der Vortragende empfiehlt Silver Tiger Metals als persönlichen Silberfavoriten. Die Aktie hat bereits über 500% in 2-2,5 Jahren gemacht. Die Erteilung eines wichtigen Permits hat die Story transformiert. Die Aktie zeigt einen klaren Aufwärtstrend mit kurzfristigem Potenzial bis 110 und langfristig "Sky is the Limit".
Schlussfolgerung/Synthese:
Die aktuelle Marktlage für Edelmetalle, insbesondere Gold und Silber, wird als historisch bedeutsam eingestuft. Makroökonomische Faktoren wie explodierende Geldmengen, steigende Schulden und die Suche nach sicheren Häfen im Anleihenmarkt treiben die Nachfrage nach physischem Gold. China spielt eine Schlüsselrolle bei der Remonetarisierung des Goldes und der Verlagerung der Preismacht. Silber zeigt nach der Auflösung eines 45-jährigen Chartmusters ein enormes Aufholpotenzial, sowohl aufgrund technischer Muster als auch fundamentaler Nachfrage. Minenaktien, insbesondere Silver Tiger Metals, werden als antizyklische Investments mit erheblichem Wachstumspotenzial hervorgehoben. Die allgemeine Stimmung deutet auf eine Fortsetzung des Aufwärtstrends hin, wobei Silber die Führung übernimmt.
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